Die Beischlafdiebin

Regie: Christian Petzold
Jahr: 1998
Filmlänge: 86 Min.
Verleih: Österreichisches Filmmuseum
Aufführung: 25. Oktober | 20.00 Uhr | Akademiesalon

Die Beischlafdiebin

Dort wo sich viele das Glück erhoffen, stiehlt sie es ihnen. Petra (Constanze Engelbrecht) wohnt in Touristenmetropolen und lebt davon, reiche Männer zu verführen und zu bestehlen. Das Geld schickt sie nach Deutschland, um ihrer jüngeren Schwester Franziska (Nele Mueller-Stöfen) das Studium zu finanzieren. Sie behauptet, dank ihrer Position als Managerin vermögend zu sein. Aber nach Petra wird gefahndet. Von der Polizei verfolgt, zieht sie zu Franziska nach Köln, wo sie sich einen Neuanfang erhofft. Ihre Geheimnisse behält sie jedoch für sich.

1999 wurde Die Beischlafdiebin für den Deutschen Fernsehpreis nominiert und konnte 1998 die Jury des Max Ophüls Filmfestivals überzeugen. Petzolds dritter Fernsehfilm gewann bei der Verleihung den Produzentenpreis.

Christian Petzold

Christian Petzold, 1960 im Nordrhein-Westfälischen Hilden geboren, wechselte nach seinem Studium der Germanistik und Theaterwissenschaft an der FU Berlin zur DFFB. Petzold studierte und arbeitete unter anderem bei Hartmut Bitomsky und Harun Farocki. Letzterer wurde nach Petzolds Abschlussfilm Pilotinnen sein regelmäßiger Drehbuch-Co-Autor. Petzolds letzte Arbeiten liefen in den Wettbewerben der großen europäischen Festivals von Venedig und Berlin. Er war bereits drei Mal für den deutschen Filmpreis nominiert, ist zudem zweifacher Adolf-Grimme-Preisträger. Mit seinen letzten vier Filmen hat Petzold jedes Mal (!) den Preis der deutschen Filmkritik gewonnen.

Die innere Sicherheit, 2001 mit dem deutschen Filmpreis ausgezeichnet, ist bis heute der erfolgreichste Beitrag der Berliner Schule und gilt bereits als Klassiker des modernen deutschen Films. Im März diesen Jahres feierte Petzolds Inszenierung von Arthur Schnitzlers Der einsame Weg Premiere, in der er ein weiteres Mal mit seiner Stammschauspielerin Nina Hoss zusammenarbeitete. Zurzeit dreht an der Seite von Atom Egoyan und anderen den Kompilationsfilm Moving the Arts für Arte. Christian Petzold ist verheiratet mit der Dokumentarfilmerin Aysun Bademsoy. Sie leben gemeinsam mit ihren beiden Kindern in Berlin.

Pressestimmen

Eine in den Hauptrollen intensiv gespielte Kriminaltragödie um den Ausverkauf von Träumen und Begehrlichkeiten. Sie beschwört eine düster-fatalistische film noir-Welt, die in ihrer vorhersehbaren Ausweglosigkeit an die Cornell-Woolrich-Adaptionen François Truffauts (Das Geheimnis der falschen Braut, Die Braut trug schwarz) erinnert.
(Film Dienst)

Petzold erzählt Geschichten von Frauen, die sich durchs Leben schlagen, in der Männerwelt einstecken und das Austeilen erst lernen (müssen), von VerliererInnen, die ihre Träume zäh verteidigen, obwohl ihnen meist männlicherseits übel mitgespielt wird. Diese Geschichten sind leise, unsentimental, melancholisch im Unterton und in schönen, schnörkellosen Bildern gezeigt.
(Ulla Küspert, TAZ)

Die Filme Über Heimspiel

Heimspiel – Das Regensburger Filmfest ist eine Initiative des Lehrstuhls für Medienwissenschaft und der Kinos im Andreasstadel. Ein studentisches Team wählt in einem ganzjährigen Sichtungsprozess die besten deutschsprachigen Filme der aktuellen Kinosaison aus. Unser Ziel ist es, herausragende Produktionen zu unterstützen, Nachwuchs zu fördern und den richtigen Rahmen für diskussionswürdiges Kino zu schaffen. Eine zentrale Rolle in diesem Konzept nimmt der Austausch zwischen Filmemachern und Publikum, zwischen Filmbranche, Wissenschaftlern und Journalisten ein. Mit unserer Werkschau, Hommage und Klassik-Sektion setzen wir Themen und Schwerpunkte.

Heimspiel – Das Regensburger Filmfest bietet Filmschaffenden vom Hochschulabsolventen bis zum etablierten Star eine Plattform.

Heimspiel 4 widmet sich im November den Höhepunkten der Kinosaison 2012.

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