Wolke 9

Regie: Andreas Dresen
Jahr: 2008
Filmlänge: 98 Min.
Verleih: Senator
Aufführung: 28. Oktober | 18.30 Uhr | Wintergarten

Deutsch

Heimspiel – Das Regensburger Filmfest ist eine Initiative des Lehrstuhls für Medienwissenschaft und der Kinos im Andreasstadel.

Ein studentisches Team wählt in einem ganzjährigen Sichtungsprozess die besten deutschsprachigen und internationalen Produktionen der aktuellen Kinosaison aus. Unser Ziel ist es, herausragende Filme zu unterstützen, Nachwuchs zu fördern und den richtigen Rahmen für diskussionswürdiges Kino zu schaffen. Eine zentrale Rolle in diesem Konzept nimmt der Austausch zwischen Filmemachern und Publikum, zwischen Filmbranche, Wissenschaftlern und Journalisten ein. Mit unserer Werkschau, Hommage und Klassik-Sektion setzen wir Themen und Schwerpunkte. 2012 begrüßen wir das Gastland Frankreich.

Français

Heimspiel – Le festival du film de Ratisbonne est une initiative de la chaire de science des médias et des cinémas à l'Andreasstadel.

Dans un procès de sélection durant toute l'année, une équipe estudiantine choisit les meilleurs productions germanophones et internationaux de la saison du cinéma actuel. Il est notre but de soutenir des films extraordinaires, d'encourager la relève et de créer le bon cadre pour un cinéma digne de discussion. L'échange entre les cinéastes et le public, entre le secteur du film, les scientifiques et les journalistes joue un rôle principal dans ce concept. Avec notre exposition d'œuvres, d'hommage et notre sélection classique, nous avons mis en place des sujets et des accents. En 2012 nous souhaitons la bienvenue à la France en tant que notre pays d'accueil.

English

Heimspiel – The Regensburg film festival is an initiative of the chair in media science and the cinemas of 'Andreasstadel'.

In a year-round triage a team of students selects the best German and international productions of the current cinema season. Therefore it is our aim to support outstanding films, to promote newcomers and to create the right context for a kind of cinema, which is worth talking about. The exchange between film makers and audience, as well as the contact with the film industry, scientists and journalists, plays an essential role at Heimspiel. Topics and priorities are established by our retrospective, homage and classic section. In 2012 we welcome France as our host country.


Wolke 9

Die Nähmaschine rattert. Inge (Ursula Werner) verlässt ihre Wohnung, setzt sich in eine Tram und steht wenig später Karl (Horst Westphal) gegenüber. An der Türschwelle des verdatterten Mannes meint sie wenig überzeugend, ohnehin gerade in der Gegend gewesen zu sein. Die Grundkonstellation ist klar: Inge begehrt diesen Mann. Unbeholfen bittet der sie in seine Wohnung, macht sich unten herum frei, um die gekürzte Hose zu probieren. Der Kamerablick auf ihn ist ein voyeuristischer. Dass sich hier erotische Energie entladen wird ist so logisch wie zwangsläufig. Wenig später fallen die beiden übereinander her. Inge ist Mitte 60, Karl noch zehn Jahre älter. Sie ist seit 30 Jahren mit Werner (Horst Rehberg) verheiratet.

Wolke 9 feierte seine Premiere auf dem prestigeträchtigen Festival in Cannes, wo er prompt  ausgezeichnet wurde. Dies war nur der Anfang einer langen Reihe von Ehrungen: Sowohl Kameramann Michael Hammonn, als auch Hauptdarstellerin Ursula Werner wurden mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet; der Film, sein Regisseur und noch einmal die Schauspielerin wurden mit dem Deutschen Filmpreis geehrt. Auch für den Europäischen Filmpreis waren Andreas Dresen und Ursula Werner nominiert.

Andreas Dresen

Der 1963 in Gera geborene Andreas Dresen arbeitete zunächst als Tontechniker am Schweriner Theater. Bei der DEFA absolvierte er ein Volontariat und übernahm erste Regieassistenzen. Zwischen 1986 und 1991 studierte Dresen an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam. Mit Nachtgestalten machte er 1999 auf sich aufmerksam. 2002 erhielt Dresen auf der Berlinale für Halbe Treppe den Silbernen Bären als bester Regisseur. In Willenbrock (2005), seiner Verfilmung des gleichnamigen Romans von Christoph Hein, arbeitete Dresen erneut mit Axel Prahl zusammen und variierte seine Ästhetik. Mit Sommer vorm Balkon landete er im selben Jahr einen großen Erfolg an den Kinokassen.

Andreas Dresen ist Mitglied der Akademie der Künste, der Europäischen Filmakademie und Gründungsmitglied der Deutschen Filmakademie. Er ist Grimmepreisträger, hat zweimal den Bayerischen Filmpreis in der Kategorie Regie gewonnen, ist ebenfalls zweimal mit dem Preis der deutschen Filmkritik ausgezeichnet worden und war mehrfach für den Europäischen Filmpreis nominiert.

Andreas Dresen gilt neben Christian Petzold als wichtigster deutscher Regisseur der Gegenwart.

Pressestimmen

Dresen hatte schon immer ein Talent für ungeschminkte Werktagsgesichter, jetzt hat er es auf Allerweltskörper angewendet und den intimsten Film seit Bernardo Bertoluccis Letzter Tango in Paris gedreht. Weil Dresen ein Meister der Einfühlung ist, behalten die Alten ihre Würde. Keine wohltemperierte Choreografie der Gefühle, kein gekünsteltes Stöhnen zu pompöser Musik. Man hört nur das Bimmeln eines Eiswagens. Lakonisch verteidigt der Film die Realität gegen die gewohnheitsmäßige Lüge des Hochglanzkinos. Drei große Charakterdarsteller spielen die Liebe wieder als Verhängnis. Ursula Werner, Horst Rehberg und Horst Westphal vermeiden moralische Urteile über ihre Figuren und gewinnen jeder die Sympathie des Publikums. Dresens Kunst besteht darin, die Tragödie als etwas Alltägliches zu schildern – den antiken Chor beispielsweise ersetzt er durch ein Rentnerinnenensemble, das inbrünstig Oh du schöner Rosengarten trällert. […] So ist Wolke 9: unglaublich, unverschämt, frivol, befreiend und großartig traurig.
(Evelyn Finger, Die Zeit)

Dresen macht utopische Filme. Die eine Utopie ist, dass die Geschichten von Leuten wie dir und mir interessant und bedeutungsvoll genug sind, perforiert noch im Unglück von Magie und Versprechen, um die Gegenwart einer Kamera zu rechtfertigen. Als Gegenentwurf zu jener Kamera, die aus dem wirklichen Leben ein Event für eine halbe Fernsehstunde macht und es dann fortwirft. Die andere Utopie ist es, dass man Filme wirklich gemeinsam machen kann, dass Schauspieler, Kameraleute, Regisseure, Cutter, Tonleute und so weiter gleichwertige Autoren eines Kunstwerkes sind, und dass die kollektive Kunst des Kinos schließlich den Zuschauer mit einschließen kann. Wolke 9, zum Beispiel, geht ja in unseren Köpfen weiter.
(Georg Seeßlen, Der Freitag)

Trailer

Die Filme Über Heimspiel

Heimspiel – Das Regensburger Filmfest ist eine Initiative des Lehrstuhls für Medienwissenschaft und der Kinos im Andreasstadel. Ein studentisches Team wählt in einem ganzjährigen Sichtungsprozess die besten deutschsprachigen und internationalen Produktionen der aktuellen Kinosaison aus. Unser Ziel ist es, herausragende Filme zu unterstützen, Nachwuchs zu fördern und den richtigen Rahmen für diskussionswürdiges Kino zu schaffen. Eine zentrale Rolle in diesem Konzept nimmt der Austausch zwischen Filmemachern und Publikum, zwischen Filmbranche, Wissenschaftlern und Journalisten ein. Mit unserer Werkschau, Hommage und Klassik-Sektion setzen wir Themen und Schwerpunkte. Darüber hinaus präsentieren wir jedes Jahr ein Gastland.

Heimspiel – Das Regensburger Filmfest bietet Filmschaffenden vom Hochschulabsolventen bis zum etablierten Star eine Plattform.

Heimspiel 4 widmet sich vom 22.-28. November 2012 den Höhepunkten der aktuellen Kinosaison und begrüßt das Gastland Frankreich.

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Call for Films 2012

Nach dem erfolgreichen Verlauf der drei vergangenen Heimspiele feilen wir bereits an dem Programm für 2012. Gerne berücksichtigen wir bei der Auswahl auch Ihren Film. Wir sichten alle deutschsprachigen Produktionen, die 2011⁄2012 entstanden sind.

Vom Experimental‑ über den Genrefilm, bis hin zum Dokumentarfilm, Abschlussfilm oder engagierten Amateurprojekt. Wir freuen uns über Einsendungen an:

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93059 Regensburg

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