Im Gespräch: Simone Bär

Auch gestern waren die Kinosäle wieder ausverkauft.
Schon die frühen Vorstellungen Yella und Der Vorleser waren gut besucht.
Doch nichts übertraf den Ansturm, den es für den Film Unknown Identity gab.
Andreas Dresens Halt auf freier Strecke, der auf dem Regensburger Filmfest Vorpremiere hatte, zog ebenso viele Menschen zum diesjährigen Heimspiel, sodass nur noch hier und da vereinzelte Plätze unbesetzt waren. Der Film selbst bewegte die Gemüter des Publikums. Immer wieder konnte man zwischendurch ein leises Schniefen oder Schnäuzen hören und am Ende waren nur wenige Augen vollkommen trocken geblieben. (weiterlesen…)
13. November
Heimspiel – Tag drei
Es ist Samstag und heute stehen sogar noch mehr Filme auf dem Programm, als an den Tagen zuvor.
Um 15:00 Uhr beginnt es bereits und zwar mit dem Werkschau-Film Yella im Akademiesalon.
Danach gibt es ein längeres Gespräch mit Simone Bär um 16.30 im Wintergarten, das sich um die gesamte Werkschau und ihre Arbeit im allgemeinen drehen wird. Fragen, die einem schon immer auf der Seele gebrannt haben, können hier in einer angenehmen Umgebung gestellt und diskutiert werden. Scheue muss bei Heimspiel niemand haben. Der Eintritt zum Gespräch ist völlig kostenlos.
Um 18:00 Uhr folgt der Film Der Vorleser im Akademiesalon, eine Adaption des gleichnamigen deutschen Romans von Bernhard Schlink.
Daraufhin findet die Eröffnung unseres dritten großen Programmteilpunkts statt. Mit Deadlock eröffnen wir um 18:30 Uhr im Wintergarten die Hommage Roland Klick.
Wer nun nach dem Gespräch mit Simone Bär und mit Der Vorleser erst so richtig Lust auf die Werkschau bekommen hat, dem ist mit Unknown Identitiy, 20:30 Uhr im Akademiesalon, abgeholfen.
Im Anschluss folgt Halt auf freier Strecke um 21:00 Uhr im Wintergarten.
Den Samstag wird das liebevoll genannte „Doppel-Klick“ beenden. Um 22:45 Uhr werden im Akademiesalon die zwei Kurzfilme Jimmy Orpheus und Ludwig von Roland Klick zusammen gezeigt.
Wir würden uns auch heute wieder über viele Gäste und spannende Unterhaltungen freuen!
12. November
Weird Stories und kontroverse Thematiken

Wieder ist ein ereignisreicher Tag von Heimspiel vergangen.Als erstes durften wir in den Genuss eines außergewöhnlich inszenierten Films kommen: Die Farbe. Huan Vus zweiter Langfilm bringt H.P. Lovecrafts Originalgeschichte nach Deutschland und überzeugt durch eine gruselige und stets angespannte Atmosphäre, nicht nur
Lovecraft Fans. Die Schwierigkeit, laut Huan Vu, sei dabei die Distanz gewesen, die bei H.P. Lovecraft vorhanden ist. Diese emotionale Kälte zu überwinden hat der Regisseur offensichtlich geschafft, denn die Zuschauer, die den Kinosaal verließen, waren von dem Film ziemlich mitgerissen.
Und auch der zweite Film, Requiem, ließ das Publikum nicht kalt. Die tragische und dramatische Geschichte des Films verlangte hohe schauspielerische Leistung ab und davon konnte uns die Casterin Simone Bär einiges erzählen. Nicht nur die Suche nach eine passende Hauptrolle sei problematisch gewesen, sondern auch die Besetzung der „Klingler Eltern“. Diesen sollte man schließlich ihre Einfachheit und auch Überzeugungen abkaufen. Die Intelligenz der Schauspieler durfte dabei nicht zu sehen sein.
Aber Simone Bär hat diese Schwierigkeiten bestens gemeistert und gerade mit Sandra Hüller die perfekte Besetzung gefunden. Hierbei – und generell für ihre Arbeit – spielen Intuition und Glück eine große Rolle.
Nach Requiem und dem kurzen Gespräch mit Simone Bär, folgte gleich der nächste Film der Werkschau. Agnes und seine Brüder war restlos ausverkauft.
Als letztes stand der kontroverse Film Tag und Nacht auf dem Programm, zu dem es im Anschluss ein hoch interessantes Gespräch mit den Hauptdarstellerinnen Anna Rot und Magdalena Kronschläger gab. Im Zentrum der Diskussionsrunde stand natürlich die Frage, wie man sich auf die Rolle einer Prostituierten vorbereitet und mit der tabuisierten Thematik an sich umgeht – für Anna Rot war aber genau das einer der Gründe, sich für die Rolle der Lea zu entscheiden. Beide Protagonistinnen erzählten immer wieder von der Recherchearbeit, die sie, und im Prinzip das gesamte Team, schon lange vor Beginn der Dreharbeiten durchgeführt hatten. Dazu wurden, nebst anderem, nicht nur passende Filme angesehen, sondern auch das Milieu selbst betreten. Für die beiden Schauspielerinnen waren aber auch die zahlreichen Gespräche mit Regisseurin Sabine Derflinger und der restlichen Besetzung äußerst wichtig. Nur so könne man eine gewisse Vertrauensbasis aufbauen und sich richtig mit dem Thema auseinander setzten. Und das Ergebnis spricht für sich: Magdalena Kronschläger und Anna Rot haben eine wunderbare Inszenierung auf die Leinwand gezaubert, der man die intensive Arbeit deutlich anmerkt.
Im Großen und Ganzen war der Tag ziemlich erfolgreich und wir sind gespannt, was uns das Wochenende noch so bringen mag.
Fotos: Kai Raecke/Text: Heike Karsten
12. November


